Die Denkfehler

Sabine Planegger ist in ihrer kinesiologischen Praxis immer wieder mit Aussagen konfrontiert, “dass eh nichts wirkt”. Wie kann es dazu kommen, dass nichts wirkt?

Die meisten Klienten haben einen kleineren oder größeren Untersuchungsmarathon und oft auch Therapiemarathon schon hinter sich, bevor sie sich an Sabine Planegger wenden. Weil nichts wirkt. Sie aber trotzdem die Suche nicht aufgegeben haben. Und spüren, dass da noch mehr sein muss.

Denkfehler Nr. 1

Man gibt die Verantwortung an den Arzt/Therapeuten ab.
Es ist ein Irrglaube, wenn man glaubt, dass man einfach zu einem großartigen Therapeuten geht und der macht einen schon gesund. Das trifft unbestritten in vielen Fällen zu, aber nicht in allen. Man kann nur selbst gesund werden. Das ganze System muss sich wieder regulieren. Der beste Arzt oder Therapeut kann nur eine Hilfestellung sein. Heilen kann man nur selbst.

Denkfehler Nr. 2

Man therapiert den Teil, der weh tut.
Tut ein Teil weh, dann muss dieser ganz alleine therapiert werden. Dieser spezielle Punkt. Als hätte er keinerlei Verbindung zu anderen Bereichen im Körper und zu unseren Emotionen. Bestehen wir wirklich nur aus einem physischen Körper und den chemischen Vorgängen da drinnen? Machen Sie die Augen zu und denken Sie an ein emotional geladene Situation, wie zB eine Prüfung oder einen Todesfall. Was passiert jetzt? Spüren Sie, wie sich Ihr Körper auf diese Situationen einstellt? Die Situation ist aber schon lange vorbei, sie ist nicht mehr in der Gegenwart. Und trotzdem reagiert der Körper als wären Sie jetzt und hier mitten drin. Wir sind deutlich spürbar wesentlich mehr als nur unser physischer Körper. Alles hat auf alles einen Einfluss. Wie bei einer Marionette ist auch unser ganzer Körper mit physischen und feinstofflichen Fäden durchzogen. Zieht man an einem Faden, bewegt sich alles. Dort, wo das Symptom auftaucht, liegt nicht notwendigerweise die Ursache.

Denkfehler Nr. 3

Wenn ein Arzt es nicht schafft, schafft es keiner.
Vielleicht liegt die eigentliche Ursache einfach nur ausserhalb seines Wirkungsbereiches? Es kann psychosomatische Gründe haben, aber auch andere. Schlafstörungen beispielsweise sind begleitet von zu wenig Serotonin. Ja, man kann es zuführen. Aber die Ursachen liegen doch meist im nächtlichen Grübeln, in Ängsten oder im Alltagsstress. Wird die eigentliche Ursache nicht behoben, ist eine Serotinin-Gabe reine Symptombehandlung. Können die eigentlichen Ursachen behoben werden, wird der Körper seinen Gleichklang wieder finden und selbst ausreichend Serotonin produzieren.

Denkfehler Nr. 4

Man probiert einmal ein bisschen.
Wenn sich nicht sofort merkbare Veränderungen zum Guten oder Schlechten einstellen, ist die Therapie wirkungslos. Meint man schnell einmal. Eine individuell passende Therapie bringt den Körper dazu, sein Gleichgewicht wieder zu finden. Da wir nicht aus Ersatzteilen bestehen, kann es unter Umständen etwas länger als nur ein bisschen dauern, bis sich alles wieder regulieren kann. Und oft geht es so sanft, dass man eben nichts Negatives merkt. Eigentlich wünscht man sich das ja so, oder?

Denkfehler Nr. 5

Man muss Krankheiten bekämpfen.
Das ruft in manchen Erinnerungen an ein Bestrafungssystem wach. In Wahrheit sind Krankheiten ein Ausdruck, dass etwas nicht stimmt, etwas nicht in der Waage ist. Früher wurde man gefragt: Was fehlt Ihnen denn? Der Körper kann in der Regel ganz gut selbst gegen alles Mögliche kämpfen. Man denke an den Lieben Augustin, der in der Pestgrube übernachtet hat, und nie die Pest bekommen hat. Er hatte ganz offenbar alle nötigen Abwerhmechanismen intakt. Sowohl die körperlichen nötigen Nährstoffe als auch die emotionale Balance und keine sprichwörtlichen Klötze am Bein, wie zum Beispiel systemische Verstrickungen, die sein Immunsystem beeinträchtigt haben.